Ein digitaler Schreibtisch für religiöse Bildung

Gelingende Bildungsprozesse entstehen nicht zufällig. Sie brauchen Vorbereitungszeit, Austausch, gute Materialien – und Räume, in denen Ideen wachsen können. Genau hier setzt das Projekt ReliDesk an. Die Idee: Ein intuitiv nutzbarer, KI-unterstützter digitaler Schreibtisch zur Entwicklung religiöser Lernarrangements.
Ein digitaler Schreibtisch für religiöse Bildung

Projekt „ReliDesk – Nordkirche“

In Kooperation mit dem Pädagogischen Institut der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland entwickelt das Comenius-Institut für den Raum der Nordkirche, von dieser finanziell gefördert, in den kommenden Jahren ein innovatives Werkzeug, das im ersten Schritt seinen Schwerpunkt auf den Religionsunterricht legt. Ziel der ReliDesk-Entwicklung ist eine Grundkonzeption, die eine Nutzung in erweiterten Kontexten religiöser Bildung in den Blick nimmt: Konfiarbeit, Gemeindepädagogik und Erwachsenenbildung. Der Zweck des Projekts ist es, pädagogische Fachkräfte über unterschiedliche Arbeitsfelder hinweg bei der Planung, Weiterentwicklung und gemeinsamen Gestaltung religiöser Bildungsprozesse zu unterstützen und neue Formen der Zusammenarbeit zu eröffnen.

Ein digitaler Schreibtisch für den Schulalltag

Der ReliDesk wird als offenes, KI-gestütztes Planungstool angelegt, das Pädagog:innen hilft, den Reichtum digital verfügbarer Materialien auszuschöpfen und Unterrichtsideen, Materialien und Lernarrangements flexibel zusammenzustellen. Herzstück ist ein visuelles Kanban-Board, wie es vielen bereits durch Padlet oder TaskCards vertraut ist, auf dem Bildungsvorhaben Schritt für Schritt geplant werden können - vom ersten Materialimpuls bis zur fertigen Unterrichtseinheit. Pädagog:innen behalten den Überblick, können Materialien neu kombinieren und ihre Planungen gezielt weiterentwickeln. Zugleich bietet das Board die Möglichkeit, Unterrichtskonzepte rechtssicher mit anderen zu teilen - schulübergreifend und perspektivisch auch über den Religionsunterricht hinaus. Statt isoliert zu arbeiten, entsteht so ein Raum, in dem Unterrichtsplanung sichtbar, strukturierbar und kommunizierbar wird. Daraus kann eine lebendige Community entstehen, die voneinander lernt und gemeinsam Qualität entwickelt.

KI, die unterstützt - nicht ersetzt

Ein zentrales Element des Projekts ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Sie hilft dabei, passende Unterrichtsmaterialien zu finden, Inhalte an Lernniveaus anzupassen und Bezüge zu digital erschlossenen Kernlehrplänen herzustellen. Dabei bleibt klar: Die pädagogische Entscheidung liegt immer bei den Nutzenden. Die KI versteht sich als Assistenz - als Werkzeug, das eigene pädagogische Fachlichkeit unterstützt, bei der Recherche nach passenden Materialien Zeit spart und als Dialogpartner in der Unterrichtsentwicklung hinterfragt und breitere Perspektiven eröffnet.

Offen, vernetzt und zukunftsfähig

Der ReliDesk wird Open Source entwickelt und basiert auf einer offenen, dezentralen Infrastruktur. Das bedeutet, dass sich Lehrkräfte durch seine Nutzung nicht an eine geschlossene Plattform binden. Sie behalten volle Kontrolle über eigene Inhalte und können diese in jedes andere freie oder kommerzielle Tool mitnehmen, das mit der gleichen offenen Datenstruktur arbeitet.

In dieser technischen und konzeptionellen Ausrichtung ist das Projekt auf Übertragbarkeit in andere Bildungskontexte und Regionen angelegt. Der in Zusammenarbeit mit der Nordkirche entstehende Reli-Desk richtet sich jedoch gezielt an Pädagog:innen aus dem Bereich dieser Kirche. Für den Religionsunterricht werden die Kernlehrpläne der damit zu berücksichtigenden Bundesländer mit dem Desk verknüpft, außerdem bestehende digitale Unterrichtsmaterialien gezielt auf diese Kernlehrpläne hin erschlossen.

Ein Projekt mit Praxisbezug

Von Beginn an ist der Reli-Desk praxisnah und explorativ angelegt. Pädagog:innen aus den Bundesländern aus dem Bereich der Nordkirche bringen ihre Erfahrungen ein, reflektieren Zwischenschritte und helfen dabei, das Tool an reale Bedarfe anzupassen. Ziel ist kein theoretisches Modell, sondern ein alltagstauglicher digitaler Schreibtisch, der wirklich genutzt wird. Die Grundhaltung lautet: Lieber ein schmales, in der Praxis wirksames Instrument, als eine Umsetzung aller in der Projektvision angelegten Ideen.

Der Auftakt: 1. März 2026

Mit dem Projektstart am 1. März 2026 hat eine spannende Entwicklungsphase begonnen. In den kommenden Monaten werden Grundlagen gelegt, erste Funktionen umgesetzt und Perspektiven für eine langfristige Nutzung eröffnet.

Von Entwicklerseite her zuständig für das Comenius-Institut ist Steffen Rörtgen, der als ausgewiesener Experte in der Schnittstelle von Digitalität und Bildung das Projekt gestalten wird.


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