Teil 3 Der zweite Tag: "Was ist gutes Geld?" und Geldgeschichte
Präsentation und Einordnung der Gelder im Laufe der Geschichte
Am heutigen Morgen präsentierten die Schülerinnen und Schüler die Recherchen vom Vortag . Die Kleingruppen stellten zunächst die Begleitumstände vor, unter denen ihr jeweiliges Geld (Muscheln, Glasperlen, Gold und V-Bucks) verwendet wurde. Im Anschluss wurden die Gelder anhand der am Vortag erarbeiteten Eigenschaften „guten Geldes“ gewertet. Dafür haben wir die Tafel genutzt und klebten Farbzettel in den Farben grün (gut erfüllte Eigenschaft), gelb (mittelmäßig erfüllte Eigenschaft) und rot (schlecht oder gar nicht erfüllte Eigenschaft) in einer Tabelle. Da dies eine Aufgabe im höheren Anforderungsbereich (Beurteilen und Werten) und damit eine individuelle Leistung darstellte, habe ich mich weitestgehend auf die Moderation beschränkt und die Wertungen alleine durch die Lernenden durchführen lassen. Weil jede Gruppe aber nur ihr Geld ohne Vergleichsmaßstäbe einordnen konnten, habe ich zwischendurch die Gruppen gefragt, ob sie nach Kenntnis der anderen Gelder ihre nun anders bewerten würden und gegebenenfalls Änderungen durchführen lassen. Bei dieser Übung fiel auf, dass wir die Definition einiger Eigenschaften nachschärfen mussten. „Bedeutet Zensurresistenz nun, dass eine zentrale Partei die Gelder einfrieren kann oder dass sie konfisziert werden könnten?“ Die Ergebnisse deckten sich zu diesem Zeitpunkt mit den Erwartungen, vor allem, weil der Dollar, FIAT-Geld und auch Bitcoin noch nicht als Vergleichsmaßstäbe zur Verfügung standen.

Die Schülerinnen und Schüler erfassten die wesentlichen Aspekte eigentlich sehr gut, bei einigen Punkten musste ich als Lehrperson jedoch vertiefende Einblicke geben. So erschien auf den ersten Blick verständlicherweise Gold als sehr knapp. Wenn man den Schülerinnen und Schülern jedoch die Verknappung des Rohstoffs Gold in den „Goldmünzen“ des Römischen Reiches im Laufe der Jahrhunderte aufzeigte, relativierte sich diese Einordnung wieder und auch die Verifizierbarkeit wurde relevanter.
Im Anschluss haben wir uns zur Veranschaulichung und Vertiefung die ersten sieben Minuten des Videos „Die Evolution des Geldes“ vom Helper angeschaut, das die Entwicklung von Geld bis zum momentanen Lernstand aufgreift. Es vollzog mit der Erwähnung der Probleme des Tauschhandels und dem indirekten Aufgreifen der Dunbar-Zahl eine Verknüpfung zum Simulationsspiel des Vortages. Außerdem lieferte es mit der Problematisierung von Gold als Geld einen Übergang zur nächsten Lerneinheit.
**Neuere Geldgeschichte: vom Goldstandard zum FIAT-Geld **
Nach den traditionellen Geldern beschäftigten wir uns im Anschluss mit dem mit Gold gedeckten Geld (Dollar) und dem FIAT-System. Dazu bildeten wir kleinere Arbeitsgruppen zu Themen, die entweder eher historisch-politisch oder theoretisch-ökonomisch fokussiert die Entwicklungen der letzten zwei Jahrhunderte grob in den Blick genommen haben:
1. Inflation und Deflation
2. Goldstandard und Bretton Woods
3. Cantillon Effekt
4. Nixon Schock und FIAT-Geld
Die Auswertung dessen erfolgte in einer Präsentation der Inhalte und einer Vervollständigung und Überarbeitung der Tabelle. So konnten wir nun den goldgedeckten Dollar und den ungedeckten Dollar (FIAT-Geld) gemeinsam im Hinblick auf das Erfüllen der Eigenschaften guten Geldes bewerten. Außerdem fand ein Überdenken der bisherigen Einordnungen statt. Die Lernenden unterstützende ihre Präsentation durch Videos wie zum Beispiel der Ansprache von Nixon , was weitere Vertiefungen möglich machte.

Als Vertiefung bot sich danach der Rest (ab Minute 7:00) des Videos vom Helper an, auch wenn es schon die Eigenschaften Bitcoins aufgreift. Eine erste Vorentlastung des nächsten Tages schien mir an dieser Stelle vertretbar.
Der zweite Tag war in weiten Teilen eher theoretischer Natur, was ich beim nächsten Mal durch ein paar praktischere Elemente ergänzen würde. Die Leistungsbereitschaft sank gegen Ende etwas und an einigen Stellen musste ich noch nachhelfen. Die Schülerinnen und Schüler empfanden das Ergebnis aber schon erhellend und es fiel die Frage „Wissen unsere Eltern das?“ in Bezug auf das FIAT-System und die inflationären Folgen dessen. Dies zeigt dann doch, dass sie die Dimension des Erlernten erfasst haben.
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