Freie Medienakademie XXIX

Wochen-Bericht: 23. bis 29. Mai. Mit neuen Autoren, einem Abgesang auf die Corona-Dissidenz und einem Spoiler.
Freie Medienakademie XXIX

Eigentlich wollte ich heute keinen Newsletter schicken. Im Kalender stand Pfingsten und in Bad Kötzting ein Festzelt, der große Krug Bier für neunsechzig. Das hieß für mich: weniger Texte. Und eine Video-Idee war nicht in Sicht.

Dass Sie jetzt doch etwas zu lesen haben, hat mit dem zu tun, was in den letzten Jahren rund um die Freie Medienakademie gewachsen ist. Punkt eins: unsere Autoren. Der letzte Journalismuskurs hat drei Teilnehmer angeregt, gleich etwas zu schicken. Und die nächsten Sachen sind schon in der Warteschleife.

Punkt zwei: Anregungen von außen. Wir waren beim Stammtisch von Radio München, wo auch Michael Sailer saß, kamen schnell auf Melanie Amann und ihren Auftritt bei Ben Berndt und haben daraus am nächsten Tag gleich ein Video gemacht, diesmal mit Text, damit wir das auch auf der Akademieseite haben.  

Und Punkt drei: ein Netzwerk, zu dem Helge Buttkereit gehört, alle zwei Wochen bei uns am Medien-Tresen und etwas häufiger Nachrichtenredakteur beim Kontrafunk. Ohne Helge hätte ich vermutlich gar nicht mitbekommen, dass die Landesmedienanstalten am nächsten Zensurbaustein basteln, und dazu weder ein Interview geben können (Freitag gelaufen) noch einen Artikel schreiben. Dazu dann mehr in einer Woche, wenn die Zeitung gedruckt ist (das ist der Spoiler).

Texte

Der Mensch als Marke. Mein Text zum Video (siehe oben und unten). Es geht um drei Journalismustrends der Stunde: Personalisierung, Podcasts und Newsletter.

Nachdenken und verstehen. Jürgen Müller war im Herbst bei uns im Wohnzimmerstudio und jetzt im Mai beim Kompaktkurs. Sein erster Bericht: Gabriele Krone-Schmalz in Stoiber-City.   

Frieden in Permakultur. Gleich noch eine Autorenpremiere: Simone Köhler war bei einem Konzert von Corinna Gehre in der Uckermark und hat dort Lieder gehört, die ich fast schon vergessen hatte.

Mogelpackung Tierwohl. Uta Kühner hat uns schon mehrere Texte aus der Wirklichkeit geschickt. Diesmal: ein Gespräch mit einer Landwirtin, die erzählt, was die Berater aus dem „Bio“ machen.

Waffen – lose im Raum. Lohnt sich der neue Bodo Kirchhoff? Beate Broßmann sagt am Buch-Tresen: ja – aber. Rezension zu „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“.

Corona heißt jetzt Krieg. Noch ein Buch, live vorgetragen in Berlin von Thomas Moser („Der missbrauchte Rechtsstaat“). Björn Kosjak war an einem heißen Abend in einem fast leeren Sprechsaal.  

Palliative Stille. Die Dissidenz stirbt, sagt Daniel Sandmann am Medien-Tresen. „Allein schon, weil es im Zentrum dieser Dissidenz von Businessmodellen nur so wimmelt. Seminare, Coaching, Referate, Vorträge endlos.“ Ein Text, der zum Widerspruch einlädt und zum Weiterdenken.

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Videos

Melanie Amann steht seit Corona in jedem Jahr in den Top 25 des Talkgäste-Rankings und kam zweimal sogar auf Platz drei – 2021 hinter Lauterbach und Lindner und 2025 hinter ihren Kollegen Elmar Theveßen und Robin Alexander. Jetzt startet sie einen Podcast und war dafür bei Ben Berndt – Anlass genug, über den Wandel im Journalismus nachzudenken. 16 Minuten.

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Kurse

Wem die Texte oben Lust machen, selbst zum Schreiber zu werden: Wir machen weiter. Bewerbungsmodalitäten auf unserer Seite. Die nächsten Termine:

24. bis 27. September 2026: Interview

8. bis 11. Oktober 2026: Journalismus-Retreat

10. bis 14. März 2027: Kompaktkurs Journalismus

8. bis 11. April 2027: Intellektuelle Selbstverteidigung

Außerdem jederzeit (wochentags, Anfragen per Mail): Still bleiben, dagegenhalten, weglaufen? Wie wir im Gespräch bleiben.

Sonstiges

Das erwähnte Interview im Kontrafunk. Benjamin Gollme ist sehr nah dran geblieben am Plan der Landesmedienanstalten, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft für journalistische Inhalte zu etablieren – oben, bei den Guten, alle, die „in besonderem Maße zur Angebots- und Meinungsvielfalt“ beitragen, und unten der Rest, im Arbeitspapier beschrieben mit den Adjektiven „desinformierend“, „polarisierend“ und „lediglich aufmerksamkeitsstark“. Ziel dieser Einteilung: Plattformen, die uns das zeigen, was die Medienaufseher für wertvoll halten, am besten erzwungen durch eine Quote.

Links

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